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Historische Kupferpreise mit Chart

Kupferpreis-Entwicklung seit 2014

Interaktive Charts zur Kupferpreisentwicklung in Euro pro Kilogramm und pro Tonne. Analyse der wichtigsten Kursbewegungen, Preiseinbrüche und Rallys der letzten zehn Jahre.

Kupferpreis-Chart - Gesamte Historie in EUR/kg

Der Chart zeigt den Kupferpreis in Euro pro Kilogramm seit 2014. Fahren Sie mit der Maus über den Chart, um den Preis an einem bestimmten Tag anzuzeigen. Für den aktuellen Kupferpreis mit Tagesveränderung besuchen Sie unsere Hauptseite.

Kupferpreis heute im historischen Kontext

Der Kupferpreis bewegt sich auf einem Niveau, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Wer die Entwicklung der letzten zehn Jahre betrachtet, erkennt einen klaren Aufwärtstrend - unterbrochen von teilweise heftigen Korrekturen. Mitte 2014 lag der Kupferpreis pro Kilogramm bei rund 5,00 Euro. Seitdem hat sich der Preis mehr als verdoppelt.

Der aktuelle Preis von 10,52 € pro Kilogramm (10.518,70 € pro Tonne) liegt über dem 12-Monats-Durchschnitt. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 11,38 €/kg (29. Januar 2026), das 52-Wochen-Tief bei 8,29 €/kg (07. August 2025).

Im langfristigen Vergleich ordnet sich der heutige Kupferpreis am oberen Ende der historischen Spanne ein. Während der Finanzkrise 2008/2009 fiel Kupfer kurzzeitig auf unter 3.000 USD pro Tonne. Im Frühling 2024 erreichte der Preis mit rund 11.600 USD pro Tonne ein neues Allzeithoch. Damit hat sich der Kupferpreis innerhalb von 15 Jahren mehr als verdreifacht - ein Ausdruck der stetig wachsenden industriellen Nachfrage und der zunehmenden Bedeutung von Kupfer für die Energiewende.

Für Anleger, Händler und Schrottverwender ist der historische Kontext entscheidend: Er zeigt, ob der aktuelle Preis eher hoch oder niedrig ist und welche Schwankungsbreite realistisch ist. Unsere Kupferpreis-Prognose bietet eine Einschätzung, wohin sich der Kurs in den nächsten Monaten bewegen könnte.

Kupferpreisentwicklung 2020-2026

Die Jahre seit 2020 waren die bewegtesten in der jüngeren Geschichte des Kupfermarkts. Kein Zeitraum zuvor hat innerhalb so kurzer Zeit so extreme Ausschläge in beide Richtungen gezeigt. Die folgende Jahresanalyse zeichnet die Entwicklung im Detail nach.

2020: Corona-Crash und V-förmige Erholung

Das Jahr 2020 begann ruhig. Der Kupferpreis lag Anfang Januar bei rund 6.200 USD pro Tonne und bewegte sich seitwärts. Dann kam Covid-19. Als im März 2020 weltweit Lockdowns verhängt wurden, brach der Preis innerhalb weniger Wochen ein. Am 23. März 2020 erreichte Kupfer mit rund 4.371 USD pro Tonne den Jahrestiefstand - ein Minus von über 25% gegenüber dem Jahresanfang.

Doch die Erholung kam schneller als erwartet. Chinas Wirtschaft erholte sich bereits im zweiten Quartal, während der Rest der Welt noch im Lockdown steckte. Gleichzeitig schnürten Regierungen weltweit massive Konjunkturpakete. Die Kombination aus Nachfrageerholung, Lieferkettenengpässen und einer expansiven Geldpolitik der Zentralbanken trieb den Kupferpreis bis Jahresende auf rund 7.800 USD pro Tonne. Der Euro-Preis stieg im gleichen Zeitraum von unter 4,00 EUR/kg auf über 6,30 EUR/kg.

Für Kupferschrott-Verkäufer war 2020 ein Jahr der Extreme: Wer im März verkaufte, erhielt für Millberry-Kupfer weniger als 3,50 EUR/kg. Wer bis Dezember wartete, bekam über 5,50 EUR/kg - ein Unterschied von mehr als 50%.

2021: Rallye zum Mehrjahreshoch

2021 war das Jahr der Kupfer-Bullen. Der Preis startete bei rund 7.900 USD pro Tonne und kletterte nahezu ohne Unterbrechung nach oben. Im Mai 2021 durchbrach Kupfer erstmals seit zehn Jahren die Marke von 10.000 USD pro Tonne und erreichte ein Hoch von rund 10.700 USD.

Mehrere Faktoren trieben die Rallye:

  • Infrastruktur-Investitionen: Die USA kündigten ein billionenschweres Infrastrukturpaket an. Allein Stromnetzmodernisierung und Breitbandausbau versprachen eine Kupfernachfrage von hunderttausenden Tonnen jährlich.
  • Lieferkettenprobleme: Pandemiebedingte Störungen in Minen, Hafen-Staus und Container-Engpässe verknappten das Angebot.
  • Elektromobilität: Die globalen E-Auto-Verkäufe verdoppelten sich gegenüber 2020. Jedes Elektrofahrzeug benötigt 80-100 kg Kupfer.
  • Spekulative Positionen: Hedgefonds setzten massiv auf steigende Kupferpreise. Die Netto-Long-Positionen an der COMEX erreichten Rekordwerte.

Im zweiten Halbjahr 2021 korrigierte der Preis leicht auf 9.000-10.000 USD und schloss das Jahr bei rund 9.700 USD pro Tonne. In Euro lag der Kilopreis zum Jahresende bei ungefähr 8,50 EUR. Für Schrottverkäufer war 2021 ein hervorragendes Jahr - die Kupferschrott-Preise folgten dem Börsenpreis nach oben.

2022: Korrektur durch Zinsanhebungen und China-Lockdowns

Nach der euphorischen Rallye von 2021 brachte 2022 eine deutliche Ernüchterung. Der Kupferpreis begann das Jahr bei rund 9.700 USD und stieg im März kurzzeitig über 10.600 USD - getrieben durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundene Rohstoff-Angst. Doch ab dem Frühling ging es bergab.

Zwei Faktoren drückten den Preis:

  • Aggressive Zinsanhebungen: Die US-Notenbank Federal Reserve begann im März 2022 den schärfsten Zinsanhebungszyklus seit Jahrzehnten. Höhere Zinsen stärkten den Dollar und verteuerten rohstoffbasierte Anlagen. Gleichzeitig bremsten die steigenden Finanzierungskosten die Konjunktur.
  • Chinas Null-Covid-Politik: Wiederholte Lockdowns in Großstädten wie Shanghai und Peking legten Teile der chinesischen Industrie lahm. Da China rund 55% des weltweiten Kupfers verbraucht, schlug das direkt auf den Preis durch.

Im Juli 2022 erreichte der Kupferpreis mit rund 7.100 USD pro Tonne den Jahrestiefstand - ein Minus von fast 33% gegenüber dem März-Hoch. Zum Jahresende erholte sich der Preis wieder auf etwa 8.400 USD. In Euro waren die Schwankungen noch dramatischer, weil der Euro gegenüber dem Dollar im Herbst 2022 vorübergehend unter die Parität fiel. Der Euro-Kilopreis pendelte zwischen 6,50 und 9,50 EUR - eine Bandbreite, die Kalkulationen für Industriekunden massiv erschwerte.

2023: Seitwärtsbewegung mit enger Handelsspanne

2023 war das Jahr der Konsolidierung. Nach den Extrembewegungen der Vorjahre beruhigte sich der Kupfermarkt. Der Preis bewegte sich überwiegend in einer Bandbreite zwischen 7.800 und 9.200 USD pro Tonne - eine für Kupfer ungewöhnlich enge Spanne.

Zu Jahresbeginn stützte die Wiedereröffnung Chinas nach dem Ende der Null-Covid-Politik die Preise. Die erhoffte massive Nachfrageerholung blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück, da der chinesische Immobilienmarkt weiterhin schwächelte. Die Insolvenz des Immobilienkonzerns Evergrande und die Krise bei Country Garden sorgten für Unsicherheit.

Auf der Angebotsseite kam es zu Störungen: In Panama musste die große Cobre-Panama-Mine nach Protesten und einem Gerichtsurteil Ende 2023 den Betrieb einstellen. Die Mine hatte rund 1,5% der Weltproduktion geliefert. In Peru beeinträchtigten soziale Unruhen die Förderung zeitweise. Diese Angebotsausfälle verhinderten einen stärkeren Preisrückgang.

Der Kupferpreis schloss das Jahr 2023 bei rund 8.500 USD pro Tonne. In Euro entsprach das etwa 7,70 EUR pro Kilogramm - ein Niveau, das viele Analysten als angemessen bewerteten.

2024: Neues Allzeithoch bei 11.600 USD

2024 wurde zum Jahr der Rekorde. Der Kupferpreis begann bei rund 8.500 USD und startete ab März eine massive Rallye. Im Mai 2024 durchbrach der Preis erstmals die Marke von 11.000 USD pro Tonne und erreichte am 20. Mai ein Allzeithoch von rund 11.600 USD.

Der Rekordpreis hatte mehrere Ursachen:

  • Grüne Nachfrage: Der Ausbau erneuerbarer Energien, Elektromobilität und Stromnetzinfrastruktur trieb die Kupfernachfrage auf ein neues Rekordhoch. Laut IEA verbrauchten allein Solaranlagen und Windkraftwerke 2024 geschätzt 3,5 Millionen Tonnen Kupfer.
  • Angebotsdefizit: Die International Copper Study Group (ICSG) meldete für das erste Halbjahr 2024 ein Defizit von rund 200.000 Tonnen. Neue Minenprojekte kamen nicht schnell genug ans Netz, um die steigende Nachfrage zu decken.
  • KI-Rechenzentren: Der Bau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz erwies sich als neuer Nachfragetreiber. Jedes Großrechenenzentrum benötigt hunderte Tonnen Kupfer für Verkabelung und Kühlsysteme.
  • Spekulation: Finanzinvestoren setzten massiv auf steigende Kupferpreise. An der COMEX kam es zeitweise zu einem "Short Squeeze", der den Preis zusätzlich nach oben trieb.

Im zweiten Halbjahr 2024 korrigierte der Preis auf 8.800-9.500 USD, bevor er zum Jahresende wieder auf über 9.000 USD kletterte. In Euro lag der Kupferpreis pro Tonne zeitweise bei über 10.500 EUR - ebenfalls ein Rekord. Der Kilopreis erreichte kurzzeitig 10,60 EUR.

2025-2026: Aktuelle Trends und Ausblick

Das Jahr 2025 brachte zunächst eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Der Kupferpreis bewegte sich im ersten Halbjahr überwiegend zwischen 8.800 und 9.800 USD pro Tonne. Die globale Konjunktur verlangsamte sich leicht, doch die strukturelle Nachfrage aus der Energiewende stützte den Preis.

Ein wichtiger Trend 2025 war die zunehmende Regionalisierung der Kupfermärkte. Die USA führten neue Zölle auf Kupferimporte ein, was zu einer Preis-Divergenz zwischen dem US-Markt und dem Rest der Welt führte. Der COMEX-Preis lag zeitweise deutlich über dem LME-Preis - ein ungewöhnliches Phänomen.

Aktuell im März 2026 notiert der Kupferpreis bei 12.114,39 $ pro Tonne (10,52 €/kg). Die Nachfrage bleibt robust, insbesondere aus dem Bereich erneuerbare Energien und Elektromobilität. Analysten der großen Investmentbanken sehen den Kupferpreis mittelfristig weiter auf einem Aufwärtspfad. Details dazu finden Sie in unserer Kupferpreis-Prognose.

Langfristiger Kupferpreis-Trend seit 2014

Wer den Kupferpreis über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren betrachtet, erkennt drei übergeordnete Phasen:

Phase 1: Bäremarkt 2014-2016

Von Mitte 2014 bis Anfang 2016 befand sich der Kupferpreis in einem Abwärtstrend. Der Preis fiel von rund 7.000 USD pro Tonne auf ein Tief von etwa 4.300 USD im Januar 2016. Hauptgrund war die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft nach dem Bauboom der Vorjahre. Gleichzeitig hatten Minenunternehmen in den Boomjahren massiv in neue Kapazitäten investiert, die nun auf den Markt drängten. Das Resultat war ein deutliches Überangebot.

In Euro war der Effekt etwas gedämpft, weil der Euro im gleichen Zeitraum gegenüber dem Dollar abwertete. Der Euro-Kilopreis fiel von etwa 5,10 auf 3,80 EUR - ein Minus von rund 25%, während der Dollar-Preis über 35% verlor.

Phase 2: Erholung und Seitwärtsbewegung 2016-2020

Ab Mitte 2016 begann eine langsame Erholung. Chinas Wirtschaft stabilisierte sich, die Nachfrage zog an, und einige unrentable Minen wurden geschlossen. Bis 2018 stieg der Preis auf rund 7.200 USD. Im Handelskrieg zwischen den USA und China 2018/2019 fiel er wieder auf etwa 5.600 USD, bevor sich der Markt Ende 2019 bei rund 6.200 USD einpendelte.

Für langfristige Beobachter war dies eine Phase der "Bodenbildung" - der Markt fand nach dem Absturz ein neues Gleichgewicht, bevor die Pandemie alles durcheinanderwirbelte.

Phase 3: Struktureller Aufwärtstrend seit 2020

Seit dem Corona-Tief im März 2020 befindet sich der Kupferpreis in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Trotz Korrekturen (2022, zweites Halbjahr 2024) zeigt der Trend klar nach oben. Die Tiefs werden höher (4.371 USD in 2020, 7.100 USD in 2022), die Hochs werden höher (10.700 USD in 2021, 11.600 USD in 2024).

Dieser Trend wird von einem fundamentalen Wandel getragen: Die Welt braucht immer mehr Kupfer für die Elektrifizierung, während die Erschließung neuer Minen 10-15 Jahre dauert. Die meisten Rohstoffanalysten erwarten, dass dieser Trend noch Jahre anhalten wird.

Kupferpreis-Chart - Gesamte Historie in EUR/Tonne

Der Chart zeigt den Kupferpreis in Euro pro Tonne seit 2014. Die Tonne ist die Standard-Handelseinheit an der LME. Mehr zum Tonnenpreis für Kupfer auf unserer Detailseite.

Die größten Preiseinbrüche beim Kupfer

Der Kupferpreis gilt als Konjunkturbarometer - und entsprechend heftig fallen die Einbrüche in Krisenzeiten aus. Drei Crashs stechen in der jüngeren Geschichte besonders hervor.

Finanzkrise 2008: Minus 65% in sechs Monaten

Der dramatischste Einbruch in der Geschichte des Kupferpreises ereignete sich während der globalen Finanzkrise. Von einem Hoch bei rund 8.900 USD pro Tonne im Juli 2008 stürzte der Preis auf etwa 2.800 USD im Dezember 2008 - ein Verlust von fast 65% innerhalb von nur fünf Monaten. Der Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 beschleunigte den Ausverkauf. Die Weltwirtschaft fiel in die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, und die industrielle Nachfrage brach schlagartig ein.

Für Kupferhändler und Recycler war die Geschwindigkeit des Einbruchs verheerend. Wer größere Lagerbestände hielt, erlitt massive Verluste innerhalb weniger Wochen.

Rohstoff-Bäremarkt 2015: Schleichender Verfall

Anders als 2008 war der Preisrückgang 2014-2016 kein plötzlicher Crash, sondern ein langsamer Verfall. Der Kupferpreis fiel von 7.000 USD Mitte 2014 auf rund 4.300 USD im Januar 2016 - insgesamt über 35% Verlust, verteilt auf eineinhalb Jahre. Auslöser war die strukturelle Überproduktion: Neue Minen in Peru, der Mongolei und dem Kongo hatten die Kapazitäten massiv ausgeweitet, während die chinesische Nachfrage nach dem Bauboom der frühen 2010er-Jahre abflachte.

Besonders hart traf es die Minenunternehmen selbst. Glencore stand zeitweise am Rande der Insolvenz und musste Minen stilllegen und Kapital beschaffen. Erst als genug Kapazitäten vom Markt genommen wurden, stabilisierte sich der Preis.

Corona-Crash 2020: Schnellster Einbruch und schnellste Erholung

Der Covid-19-Crash im März 2020 war in seiner Geschwindigkeit beispiellos. Innerhalb von drei Wochen fiel der Kupferpreis von 5.700 auf 4.371 USD pro Tonne - ein Minus von 23%. Doch ebenso beispiellos war die Erholung: Bereits im August hatte der Preis das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht, und bis Ende 2020 lag er deutlich darüber.

Die V-förmige Erholung unterschied den Corona-Crash fundamental von früheren Einbrüchen. Während die Finanzkrise 2008 eine langwierige Rezession auslöste, war der Covid-Schock ein kurzer, heftiger Störfall, der durch massive staatliche Eingriffe schnell überwunden wurde.

Die größten Preisanstiege beim Kupfer

Kupfer-Rallyes sind oft länger und gradueller als die Einbrüche - aber in der Summe mindestens ebenso eindrucksvoll.

Superzyklus 2009-2011: Von 2.800 auf 10.100 USD

Die gewaltigste Rallye in der Kupfergeschichte fand nach der Finanzkrise statt. Vom Tief bei 2.800 USD im Dezember 2008 stieg der Preis auf ein Allzeithoch von rund 10.100 USD im Februar 2011 - eine Vervierfachung innerhalb von gut zwei Jahren. Haupttreiber war Chinas gigantisches Konjunkturpaket von 4 Billionen Yuan (rund 580 Milliarden Dollar), das massive Infrastrukturinvestitionen finanzierte. Gleichzeitig war das Angebot nach den Minenstilllegungen der Krise knapp.

Diese Rallye prägte den Begriff "Rohstoff-Superzyklus" und löste eine Welle von Mineninvestitionen aus, die später zum Überangebot und zum Bäremarkt 2014-2016 führten.

Post-Covid-Rallye 2020-2022: Pandemie als Preistreiber

Die Rallye vom Corona-Tief im März 2020 bis zum Hoch im März 2022 brachte einen Anstieg von 4.371 auf über 10.600 USD pro Tonne - ein Plus von 140% in zwei Jahren. Diese Rallye war breiter fundiert als frühere: Neben dem zyklischen Aufschwung stützten strukturelle Faktoren wie Elektromobilität und Energiewende die Nachfrage.

In Euro war der Anstieg noch eindrucksvoller: Der Kilopreis stieg von unter 4,00 EUR auf zeitweise über 9,80 EUR - eine Steigerung von fast 150%. Kupferschrott-Preise folgten dem Trend und erreichten ebenfalls historische Höchststände.

Rallye 2024: Neues Allzeithoch durch grüne Nachfrage

Die jüngste große Rallye fand im ersten Halbjahr 2024 statt. Von rund 8.500 USD zu Jahresbeginn stieg der Kupferpreis auf ein neues Allzeithoch von etwa 11.600 USD im Mai - ein Plus von 36% in fünf Monaten. Im Unterschied zu früheren Rallyes war diesmal nicht China der Haupttreiber, sondern die globale Nachfrage nach Kupfer für die Energiewende. Analysten sprachen von einem "Green Premium" - einem Preisaufschlag durch die Erwartung langfristig steigender Nachfrage.

Obwohl der Preis im zweiten Halbjahr korrigierte, setzte die Rallye 2024 ein wichtiges Signal: Der Kupfermarkt ist in ein neues Zeitalter eingetreten, in dem die grüne Nachfrage den Preis strukturell stützt.

Saisonale Muster im Kupferpreis

Der Kupferpreis zeigt im Jahresverlauf regelmäßige Muster, die sich aus dem Rhythmus der Weltwirtschaft ergeben. Wer diese Muster kennt, kann den Zeitpunkt von Kauf- oder Verkaufsentscheidungen besser wählen - etwa beim Verkauf von Kupferschrott.

Januar bis März: Saisonale Stärke

Das erste Quartal ist historisch eine starke Phase für Kupfer. Nach dem chinesischen Neujahrsfest (Januar/Februar) steigt die Nachfrage aus China typischerweise an, da Industrieunternehmen ihre Lager auffüllen und die Bausaison beginnt. In den letzten zehn Jahren lag der Kupferpreis Ende März im Durchschnitt höher als zu Jahresbeginn.

April bis Juni: Frühlings-Rallye

Das zweite Quartal bringt oft die höchsten Preise des Jahres. Die Bausaison auf der Nordhalbkugel läuft auf Hochtouren, und die industrielle Produktion erreicht saisonale Spitzenwerte. Die Allzeithochs von 2011 (Februar), 2021 (Mai) und 2024 (Mai) fielen alle in die erste Jahreshälfte.

Juli bis September: Sommerflaute

Im Hochsommer lässt die Dynamik häufig nach. Ferienbedingt sinkt das Handelsvolumen, und in China verlangsamt sich die Bauaktivität während der Regenzeit. Größere Preiskorrekturen finden statistisch überproportional oft im dritten Quartal statt.

Oktober bis Dezember: Gemischtes Bild

Das vierte Quartal zeigt kein einheitliches Muster. In manchen Jahren setzt eine Jahresendrallye ein, wenn Industrieunternehmen ihre Bestellungen für das Folgejahr platzieren. In anderen Jahren überwiegt der Pessimismus, und Händler bauen Positionen vor dem Jahreswechsel ab.

Wichtig: Saisonale Muster sind statistische Tendenzen, keine Garantien. Fundamentale Ereignisse wie Zinsänderungen, geopolitische Krisen oder überraschende Konjunkturdaten können die saisonalen Muster jederzeit überlagern. Für den aktuellen Stand und kurzfristige Einschätzungen empfehlen wir unsere Seite zum aktuellen Kupferpreis.

Kupferpreis in Euro vs. Dollar - wie Währungseffekte den Preis verändern

Ein häufig unterschätzter Faktor bei der Kupferpreisentwicklung ist der Wechselkurs. Da Kupfer an der LME in US-Dollar gehandelt wird, der europäische Käufer aber in Euro zahlt, beeinflussen Währungsschwankungen den effektiven Preis erheblich.

Die Mechanik des Währungseffekts

Der Zusammenhang ist einfach: Ein schwacher Euro verteuert Kupfer für europäische Käufer, ein starker Euro macht es günstiger. Wenn der EUR/USD-Kurs von 1,10 auf 1,00 fällt (Euro-Abwertung um rund 9%), steigt der Euro-Kupferpreis um etwa 10% - selbst wenn sich der Dollar-Preis keinen Cent bewegt hat.

In der Praxis verstärken sich die Effekte oft gegenseitig: Ein starker Dollar geht häufig mit einer schwächeren Weltwirtschaft einher, was den Kupferpreis drückt - aber für Euro-Käufer wird der Rückgang durch die Dollar-Stärke teilweise kompensiert. Umgekehrt: Steigt der Kupferpreis in Dollar-Boomphasen, verbilligt ein gleichzeitig schwächer werdender Dollar die Rechnung für Europäer.

Historische Beispiele

Im Herbst 2022 fiel der EUR/USD-Kurs kurzzeitig unter die Parität (1 EUR = weniger als 1 USD). Der Kupferpreis lag damals bei rund 7.500 USD pro Tonne. In Euro ergab das einen Kilopreis von über 7,50 EUR - obwohl der Dollar-Preis eigentlich auf einem Zweijahrestief war. Europäische Kupferkäufer zahlten also trotz "billiger" Dollar-Preise vergleichsweise viel.

Im Frühling 2024 war es umgekehrt: Der Kupferpreis stand bei seinem Dollar-Allzeithoch von 11.600 USD, aber der Euro notierte bei 1,08-1,10 zum Dollar. Dadurch fiel der Euro-Anstieg etwas geringer aus als der Dollar-Anstieg. Der Euro-Kilopreis erreichte dennoch mit rund 10,60 EUR ein Rekordhoch.

Aktuell liegt der EUR/USD-Kurs bei 1,1517. Bei einem Kupferpreis von 12.114,39 $ pro Tonne ergibt das einen Euro-Preis von 10.518,70 €. Würde der Euro um 5% aufwerten, läge der Euro-Preis bei sonst gleichen Bedingungen rund 9.992,77 € - eine Ersparnis von 525,94 € pro Tonne.

Absicherung gegen Währungsrisiken

Für Industrieunternehmen, die regelmäßig größere Mengen Kupfer kaufen, ist das Währungsrisiko ein ernstes Thema. Die gängigsten Absicherungsinstrumente sind Devisentermingeschäfte (Forwards), Währungsoptionen und Cross-Currency-Swaps. Kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe sichern sich selten ab und sind den Währungsschwankungen voll ausgesetzt. Für sie kann es sinnvoll sein, den Einkauf auf Phasen eines starken Euro zu konzentrieren.

Wer den aktuellen Wechselkurs bei der Umrechnung von Dollar- in Euro-Preise berücksichtigen will, findet auf unserer Seite Kupferpreis pro Kilogramm stets den tagesaktuellen Kurs.

Häufige Fragen zur Kupferpreisentwicklung

Wie hat sich der Kupferpreis in den letzten 10 Jahren entwickelt?

Der Kupferpreis hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Von rund 5.000-6.000 USD pro Tonne Mitte 2014 stieg er auf zeitweise über 11.000 USD (2024). In Euro stieg der Kilopreis von rund 4,50 EUR auf über 9,00 EUR. Der Weg war allerdings nicht geradlinig: 2016 und 2020 gab es deutliche Einbrüche, bevor der Preis jeweils neue Hochs erreichte. Langfristig überwiegt der Aufwärtstrend, getragen von wachsender Nachfrage aus der Elektrifizierung und der Energiewende.

Wann war der Kupferpreis am niedrigsten?

In der jüngeren Geschichte erreichte der Kupferpreis seine Tiefstände während wirtschaftlicher Krisen: Im Dezember 2008 lag er bei rund 2.800 USD pro Tonne (Finanzkrise), im Januar 2016 bei etwa 4.300 USD (Rohstoff-Bäremarkt) und im März 2020 bei 4.371 USD (Corona-Crash). In Euro waren die Tiefs aufgrund von Währungseffekten teilweise etwas weniger ausgeprägt.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Kupferschrott zu verkaufen?

Statistisch gesehen sind die Kupferpreise im ersten und zweiten Quartal des Jahres tendenziell höher als im Sommer oder Herbst. Die saisonalen Unterschiede betragen im Durchschnitt 5-10%. Wichtiger als das saisonale Timing ist aber der allgemeine Preistrend: Wer während einer Rallye verkauft, erzielt deutlich mehr als während einer Korrektur - unabhängig von der Jahreszeit. Beobachten Sie den aktuellen Kupferpreis und nutzen Sie unseren Kupferpreis-Rechner für eine genaue Kalkulation.

Warum unterscheidet sich der Euro-Kupferpreis vom Dollar-Preis?

Der Kupferpreis wird an der LME in US-Dollar festgelegt. Für europäische Abnehmer wird der Preis anschließend zum aktuellen Wechselkurs in Euro umgerechnet. Ändert sich der EUR/USD-Kurs, bewegt sich der Euro-Kupferpreis, selbst wenn der Dollar-Preis unverändert bleibt. In der Praxis bedeutet das: Der Euro-Kupferpreis hängt von zwei Variablen ab - dem LME-Dollarkurs und dem Wechselkurs. Diese doppelte Abhängigkeit macht den Euro-Preis volatiler als den Dollar-Preis.

Wird der Kupferpreis langfristig weiter steigen?

Die Mehrzahl der Analysten und Institutionen (Goldman Sachs, IEA, World Bank) erwartet langfristig steigende Kupferpreise. Der Hauptgrund ist die strukturell wachsende Nachfrage durch Elektromobilität, erneuerbare Energien und Netzausbau, während neue Minen nur mit mehrjähriger Verzögerung in Betrieb gehen. Kurzfristig bleiben Rückschläge durch Konjunkturschwäche, Dollar-Stärke oder geopolitische Schocks jederzeit möglich. Eine detaillierte Einschätzung mit Analystenzielpreisen finden Sie in unserer Kupferpreis-Prognose.